Student competency-oriented progress test

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Was ist der studentische kompetenzorientierte Progresstest?

Mit dem studentischen kompetenzorientierten Progresstest haben Studierenden der Humanmedizin die Möglichkeit, ihren Wissenszuwachs während des Studiums zu verfolgen. Das Testniveau orientiert sich dabei am Kenntnisstand eines/r approbierten Mediziners/in. Im Verlauf des Studiums kann der Test regelmäßig wiederholt werden. Der Test wird einmal im Jahr angeboten. Studierende erhalten über den Test eine detaillierte Rückmeldung über ihren eigenen Wissensstand im Vergleich zu ihren Kommilitonen/innen aus demselben Studienjahr.

Die Besonderheit des kompetenzorientierten Progresstests besteht darin, dass die Fragen für die Prüfung von dafür qualifizierten Studierenden selbst erstellt und gereviewt werden. Der Test ist damit ein Progresstest von Studierenden für Studierende.

Der Test enthält 120 MC-Fragen und umfasst dabei Themengebiete aus allen Semesterstufen, welche dabei Kompetenzbereichen und Fächergruppen zugeordnet sind (siehe „Wie werden die Testfragen erstellt?“).

Des Weiteren enthält der Test 10 „Situational-Judgement-Test“-Fragen (SJT), die ihren Fokus auf professionellem Handeln haben. SJT-Fragen beschreiben eine Situation im beruflichen / klinischen Umfeld, welche Entscheidungen erfordern.

Wie kann ich teilnehmen?

Der studentische kompetenzorientierte Progresstest wird in der Regel gegen Ende eines Jahres (November / Dezember) online durchgeführt: https://myprogress.report/. Die Testdauer beträgt insgesamt 3h, wobei diese in einen Gesamtzeitraum von 4 Wochen frei aufgeteilt werden kann.

Teilnehmen können alle Studierenden der Humanmedizin aus Medizinischen Fakultäten, an denen der studentische kompetenzorientierte Progresstest angeboten wird.

Im Jahr 2016 waren dies 15 Medizinische Fakultäten:

Dresden, Erlangen-Nürnberg, Freiburg, Gießen, Heidelberg, Homburg, Krems (A), Leipzig, Magdeburg, Mannheim, Marburg, LMU München, Tübingen, Ulm, Witten/Herdecke

Entwicklung des Progresstests

Mit der Entwicklung des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs für Medizin (NKLM) haben sich neue Anforderungen für Prüfungen in der medizinischen Ausbildung ergeben, etablierte Prüfungsformen zu erweitern und innovative Prüfungsformate zur Erfassung von Kompetenzen zu konzipieren. Im Rahmen des Verbund-Projekts „Medical Education Research – Lehrforschung im Netz BW“ (MERLIN, http://www.merlin-bw.de) wurden im Jahr 2013 durch das „Kompetenzzentrum für Prüfungen in der Medizin / Baden-Württemberg“ der Medizinischen Fakultät Heidelberg (http://www.kompmed.de/) diese Anforderungen aufgegriffen und ein Projekt von Studierenden für Studierende initiiert.

Ziel des Projekts war es, das für longitudinales Feedback geeignete Format des Progresstests in Richtung Kompetenzorientierung zu entwickeln, fakultätsübergreifend einzusetzen und Studierenden über diesen Progresstest eine Rückmeldung über ihren Leistungstand im Studium zu geben. Daraus entstand der studentische kompetenzorientierte Progresstest, welcher seit 2013 einmal jährlich Studierenden fakultätsübergreifend als formativer Progresstest angeboten wird.

UCAN  

Der Progresstests wurde von Anfang an in Kooperation mit UCAN gestaltet. So unterstützt UCAN das Projekt durch eine eigens für den Progresstests bereitgestellte IMS-Plattform, in der ausschließlich Prüfungsfragen von Studierenden bearbeitet werden. Ebenso wurde von UCAN das Online-Tool für die webbasierte Prüfung technisch entwickelt.

Entwicklungen in den Jahren 2013-2016

Der kompetenzorientierte Progresstest wurde in  2013 an acht medizinischen Fakultäten in Deutschland mit 469 Teilnehmern pilotiert. Für diese Pilotstudie wurden von Studierenden aus sieben Fakultäten in Deutschland über 200 MC-Fragen unter Nutzung einer eigenständigen, nur für den Progresstest bereitgestellten Plattform des ItemManagementSystems (IMS) erstellt und gereviewt.1,2

Im Jahr 2014 wurden von Studierenden zusätzlich zu den MC-Fragen des auch Fragen im Format des Situational-Judgement-Test erstellt und gereviewt. Im Jahr 2014 nahmen 381 Studierende an acht Fakultäten in Deutschland und einer Fakultät in Österreich am kompetenzorientierten Progresstest teil. Zudem war in diesem Jahr erstmals die Möglichkeit gegeben, die Vorjahresergebnisse mit den aktuellen Ergebnissen vergleichen zu können. 

Während in den ersten beiden Jahren der Test als Paper-Pencil-Test erfolgte, wurde der Test in 2015 erstmalig online durchgeführt (https://myprogress.report/). Im Jahr 2015 haben 1269 Studierende am Progresstest aus 13 Medizinischen Fakultäten teilgenommen, wovon 950 Studierende den Test abgeschlossen haben.

Im Jahr 2016 wurden auch MC-Fragen mit Video-Sequenzen für klinische-praktische Kompetenzen entwickelt und eingesetzt. In diesem Jahr haben 1476 Studierende am Progresstest aus 15 Medizinischen Fakultäten teilgenommen, wovon 891 Studierende den Test abgeschlossen haben.

Zusammenfassende Darstellung der Durchführung in den Jahren 2013-2016:

2013

2014

2015

2016

Fragen

144 MC-Fragen

120 MC-Fragen +
10 SJT Fragen

120 MC-Fragen +
10 SJT Fragen

120 MC-Fragen +
10 SJT Fragen

Dauer

3 h

3 h

3 h

3 h

Art

Schriftlich

Schriftlich

Online

Online

Anzahl der teilnehmenden Fakultäten

8

9

13

15

Anzahl  der Teilnehmer

469

381

950 (1269)

891 (1467)

Studienjahr

(Durchschnitt)

3,81

2,82

3,07

3,79

 

Progresstest allgemein

Der Progresstest ist ein weltweit anerkanntes Verfahren, das erstmals in den 70er Jahren in den Medizinischen Fakultäten Limburg und Missouri-Kansas City entwickelt wurde.3,4 Es wird in verschieden Weisen und Formaten verwendet und wird lokal, national oder international durchgeführt. Im deutschsprachigen Raum werden Progresstests seit dem Jahr 2000 angeboten.5 Im Zuge dessen dienten Progresstests auch zur Evaluierung und Verbesserung des Curriculums, zur Beobachtung der Kohortenverläufe und zum Vergleich unterschiedlicher Ausbildungswege.

Literatur

1. Wagener S, Möltner A, Tımbıl S, Gornostayeva M, Schultz JH, Brüstle P, Mohr D, Vander Beken A, Better J, Fries M, Gottschalk M, Günther J, Herrmann L, Kreisel C, Moczko T, Illg C, Jassowicz A, Müller A, Niesert M, Strübing F, Jünger J. Entwicklung eines formativen kompetenzorientierten Progresstests mit MC-Fragen von Studierenden – Ergebnisse einer multifakultären Pilotstudie. GMS Z Med Ausbild 2015; 32(4):Doc46 (20151015)

2. Better J, Fries M, Gottschalk M, Günther J, Illg C, Jassowicz A, Kreisel C, Kwakmann S, Maier P, Moliere F, Moczko T, Niesert M, Speck H, Strübing F, Zelienka I, Wagener S, Schultz JH, Jünger J. Entwicklung eines formativen kompetenzbasierten Progresstests durch Studierende. In: Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Graz, 26.-28.09.2013. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2013. DocS02_02.

3. Arnold L, Willoughby TL. The quarterly profile examination. Academic Medicine 1990; 65 (8): 515-516.

4. Blake JM, Norman GR, Keane DR, Mueller B, Cunnington J, Didyk N. Introducing progress testing in    McMaster University`s Problem-based Medical curriculum: Psychometric properties and effect on learning. Academic Medicine 1996; 71: 1002-1007.

5. Nouns ZM, Georg W. Progress testing in German speaking countries.  Medical Teacher 2010; 32: 467-470.